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heute is nich alle tage…

So, das war sie also, die fette Anti-Atom-Demo am 5.9.. Der antikapitalistische Block hat, dass hat eine erste kleine Umfrage ergeben, nicht unbedingt für die angekündigten unvergessliche Stunden gesorgt, war aber immerhin schön chaotisch. Eine genauere Auswertung wollen wir in den nächsten Wochen schreiben, zumindest haben wir uns das vorgenommen. Mal sehen.

Danke aber schon mal an alle, die uns in den letzten Wochen unterstützt haben.

atomausstieg selber machen!

Aufruf zur Demo am 5.9.09 – Berlin Hbf.

Unvergessliche Stunden im antikapitalistischen Block
Am 5.9. findet in Berlin eine große Anti-Atom-Demonstration statt. Der Anstoß dazu kam von der Bäuerlichen Notgemeinschaft und der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Leute aus dem Grünen Umfeld und andere wollen kurz vor der Bundestagswahl so eine Art Wahlempfehlung der Anti-Atom-Bewegung daraus machen. Dazu sagen wir: IGITT! Zur Demo: JUHU! Wir werden mit euch zusammen auf die Straße gehen, um unsere Position laut und deutlich der Weltöffentlichkeit kundzutun. Gesellschaftliche Kräfteverhältnisse verschieben wir nicht durch Bitten und Betteln gegenüber Staat und Parlament.

Vor der Wahl ist nach der Wahl…
Der Kapitalismus erlebt derzeit seine größte Krise seit langem. Deshalb ist nach der Wahl ein neuer Modernisierungsschub notwendig. Dieser soll mittlerweile parteiübergreifend in einem „grünen“ Kapitalismus bestehen. Keine potentielle Regierung stellt dabei die zerstörerische Wachstumsdynamik der kapitalistischen Gesellschaft in Frage. Keine wendet sich gegen die Logik der Standortkonkurrenz, die bestmögliche Verwertungsbedingungen für’s Kapital schaffen soll. Deshalb wird jede Regierung zwangsläufig genügend „Sachzwänge“ finden, um weitere Sozialleistungen zu kürzen. Auch die Sicherung des Zuganges zu weltweiten Rohstoffquellen und Absatzmärkten finden alle selbstverständlich. Um den Zugriff zu sichern, werden im Zweifel weltweite Kriegseinsätze der Bundeswehr in Kauf genommen. Und ob die AKW’s 27,3* (Die Linke), 32,5 (rot-grün), 47 (FDP) Jahre laufen ist für uns nur ein symbolischer Unterschied. Akzeptabel ist nur die sofortige Stilllegung.

Wir denken, die Bedeutung von Wahlen wird überschätzt, auch im Rahmen dieser Demo. Es kommt gegenwärtig darauf an, sich in die sozialen Kämpfe einzumischen. Egal ob gegen Krieg, Sozialabbau oder den Atomstaat – wir erkämpfen eine andere Gesellschaft auf der Straße.

Schlagsahne oder Schokosauce?
Was ist denn so schlimm an Wahlen?

Bleiben wir aber der Einfachheit halber beim Thema Atomenergie: Sie lässt sich, so wird behauptet, am 27.9. abwählen. Bei genauerer Betrachtung haben oder hätten wir dann aber eher die Wahl zwischen Dideldumm und Dideldei – auch und gerade mit Blick auf den Atomausstieg. Das werden die Parteifreund_innen auf dieser Demo natürlich jetzt alles anders sehen und auf feine Unterschiede und kleinere oder grünere Übel verweisen. Euch fragen wir: Findet ihr die lächerlich weichgespülte Variante von Atomausstieg, die in euren Parteiprogrammen steht, angesichts der sich häufenden Störfälle und der mit dem Normalbetrieb verbundenen Gefahren nicht zynisch? Wie kommt ihr dazu, von Atomausstieg zu reden und die Urananreicherung in Gronau, deren Kapazität in den letzten Jahren von rot-grün vervierfacht wurde, vollkommen zu ignorieren – und damit auch die Option auf eine militärische Nutzung? Immerhin sichert die Urananreicherung den Weiterbetrieb von AKW’s in anderen Ländern.

Dazu könnte mensch sagen, dass die Vorschläge der Parteien alle ziemlich dumm sind und oftmals eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand, dass die Vorschläge aber theoretisch besser werden könnten oder müssten. Aber das führt eher weg vom springenden Punkt. Wir haben vor allem zwei Probleme mit dem ganzen Wahlzirkus. Erstens finden sich durch Wahlen die falschen Leute bestätigt und schlimmstenfalls ermutigt: Politiker_innen, Lobbyist_innen, Expert_innen. Leute, die für sich beanspruchen, Regeln zu setzen, die für alle gelten. Die behaupten, zu ihren Regeln und zur herrschenden Ordnung gäbe es keine Alternative. Zweitens: Was passiert in den 4-5 Jahren zwischen den Wahlen? Warten wir da weiter ab, dass der Atomausstieg vom Himmel fällt?

Ein Lob der Selbstorganisation
Die letzte Frage war rhetorisch. Wir sind nicht blöd. Wir respektieren keine Formatvorlagen der politischen Auseinandersetzung, keine Privilegien, keine Regeln, keine Gesetze, nur weil sie bestehen. Wir werden weiterhin versuchen, den sofortigen Atomausstieg durchzusetzen. Gegen Staat und Kapital. Und wir werden uns weiterhin solidarisch und selbstbestimmt organisieren, wo immer wir gehen und stehen. Dabei sind den verschiedensten Formen eines widerständigen Alltags keine Grenzen gesetzt.

Wir bauen autonome Strukturen auf und werden uns dabei nicht reinreden lassen – so wie wir uns nicht auf Wahlen verlassen und von ihnen auch nichts erwarten. Auf die uns immer wieder gestellte Frage „Schlagsahne oder Schokosauce?“ sagen wir schlicht und ergreifend: Beides und sofort! Denn egal was bei einer Wahl heraus kommen würde, es wäre niemals das, was wir wollen. Wie bisher: zu viele Atomanlagen, zu viel Kapitalismus, zu viel Herrschaft – zu wenig Luft, zu wenig Freiheit, zu wenig Spaß.

Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen weltweit!
Unser Leben ist uns zu schade um uns verwerten zu lassen.
Rein in den antikapitalistischen Block – be salty not sweet!

Zum ausdrucken, kopieren, verteilen: Der Aufruf zum Download als PDF.

im görlitzer park berlin

Aufruf von Autonomen aus HB und HH

für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen und der kapitalistischen Verhältnisse weltweit!

antikapitalistischer Block auf der antiatomDemo in Berlin am 5. Sept.

Alle Atomkraftwerke, unabhängig von Baujahr, Betreiber_in oder Standort, sind anfällig für technische oder menschliche Fehler. Und sie schädigen auch bei sog. „Normalbetrieb“. Dies spielen die AtomLobby und die Regierungen herunter. Es gibt keine sicheren Atomkraftwerke und auch keine geeigneten Endlager für den Atommüll weltweit – das ist schon aus technischen Gründen unmöglich. Für die Konzerne steht ihr Profitinteresse im Vordergrund, und sie nehmen hierbei Ausbeutung und Zerstörung von Menschenleben und Umwelt billigend in Kauf.

In unserem Kampf gegen die kapitalistischen Verhältnisse ist auch der Kampf gegen die Atomindustrie ein wichtiger Bestandteil, und er wird seit Jahrzehnten auf unterschiedlichste Weise zum Ausdruck gebracht.

Auch nach mehr als 30 Jahre Widerstand gegen diese menschenverachtende Technologie ist das Bewußtsein nicht überall verbreitet, dass die Atomkraft nicht ein Fehler im System, sondern Ausdruck einer auf rücksichtslose Profitmaximierung basierenden Gesellschafts und Wirtschaftsordnung ist. Wir wollen in einem antikapitalistischen Block unseren Widerstand gegen die Atompolitik, AKWs, Atommafia und die herrschenden Verhältnisse zum Ausdruck bringen.

Uns geht es nicht nur um die Kritik an den hinlänglich bekannten unverantwortlichen Risiken der Atomenergie für Mensch und Umwelt, der Unmöglichkeit einer EndLagerung des Atommülls, der militärischen Nutzung der Atomenergie, den Ausbau der Urananreicherung, den ökologischen Katastrophen des Uranabbaus oder den vielen ständig stattfindenden Atomtransporten.

Uns geht es um eine Kritik einer Ökonomie, die den Profit für Wenige über die Bedürfnisse und das Wohlbefinden der Menschen stellt. Uns geht es auch um ein anderes Gesellschafts und Menschenbild. Es geht uns um Herrschaftsfreiheit, Solidarität, Kollektivität und Eigenverantwortung. Wir werden versuchen, unsere Geschicke mit Verantwortung fürs Ganze auch weiterhin selbst in die Hand zu nehmen.

Die Parole „wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ prägt die AntiAtomBewegung seit Langem. Der Widerstand war vielfältig und entschlossen: Angefangen von Bauplatzbesetzungen und angriffen, Blockaden und Besetzungen von Straßen und Schienen, Strommastfällungen und Sprengungen, zerbrochenen Scheiben und Farbangriffen, brennenden Fahrzeugen und Barrikaden, Hakenkrallen und Schienensägen, Unterhöhlungen von Straßen und Schienen, um Atomtransporte zu verhindern, bis hin zu Demonstrationen, Kundgebungen, Sitzblockaden usw. Mal als Kleingruppen in der Nacht, mal als großer Block, mal auf Massendemonstrationen. Und Viele, die nicht direkt an solchen Ausdrucksformen beteiligt waren, verspürten und zeigten klammheimliche Freude oder solidarisieren sich sogar damit.
Vor der Bundestagswahl versuchen Parteien die AntiAtomDemo zu ihren Wahlkampfzwecken zu funktionalisieren. Setzen wir ein deutliches Zeichen dagegen! Insbesondere die zur Zeit oppositionellen Grünen (inzwischen sogar Kriegspartei) wollen an der Renaissance der AntiAKWBewegung teilhaben. In ihrer Zeit als Regierungspartei jedoch waren sie verantwortlich für den Weiterbetrieb und Ausbau der Atomanlagen, die im sog. Atomkonsensertrag festgeschrieben wurden.

Alle Parteien versprechen im Wahlkampf, was die Wähler_innen hören wollen und tun hinterher, was Konzerne und deren Lobbyist_innen fordern. Das müssen wir deutlich zum Ausdruck bringen und versuchen, unabhängig von Wahlen, gemeinsam zum Handeln zu kommen. Wahlen verändern nichts an der kapitalistischen Ideologie und Vorherrschaft, die u.a. auf Privateigentum, Warenverhältnissen, WirtschaftsWachstum und Profitmaximierung beruhen.

Lasst uns die Atompolitik nicht den Verbänden und Parteien überlassen, sondern uns immer wieder mit Argumenten und Taten einmischen:

mit einem antikapitalistischen Block
am Samstag, 5.9.09 in Berlin um 13 Uhr,
für die sofortige Stillegung aller Atomanlagen und den herrschenden Verhältnissen weltweit!

Autonome aus Bremen und Hamburg

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Aufruf von Autonomen aus HB u. HH

Mobilisierung in Berlin-Schöneberg